Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Projekt LeaP

C 1 - Pädagogisch-Psychologische Diagnostik als Grundlage von Inklusion und Heterogenität

Projektbeschreibung

Die Juniorprofessur „Pädagogisch-Psychologische Diagnostik als Grundlage von Inklusion und Heterogenität“ erarbeitet in Forschung und Lehre pädagogisch-psychologische Grundlagen für Lehrangebote im Themenbereich Heterogenität und Inklusion für das Lehramtsstudium in allen Fächern.

Basierend auf einem weiten Verständnis von Inklusion (HRK & KMK, 2015) werden in diesem Teilprojekt Lehrkonzepte und Materialien zur Vermittlung pädagogisch-psychologischer Grundlagen zum Verständnis und Umgang mit schulrelevanten Heterogenitätsdimensionen erarbeitet. Dabei werden unter anderem Fallmaterialien einer angegliederten Beratungsstelle eingesetzt sowie auf evidenzbasierte Strategien zur Umsetzung eines inklusiven Unterrichts zurückgegriffen (Mitchell, 2014).

Neben fachübergreifenden generischen Lehrkonzeptionen werden die am Lehramtsstudium beteiligten Fachdidaktiken für die Umsetzung generischer Konzepte im Fachunterricht sensibilisiert. Darüber hinaus soll in enger Kooperation mit Fachdidaktiken das pädagogisch-psychologische Wissen mit fachdidaktischem Wissen verschränkt werden, etwa in der gezielten Erarbeitung adaptierter Unterrichtsentwürfe und -materialien, um es für die Unterrichtspraxis effektiver nutzbar zu machen (Harr, Eichler & Renkl, 2015).

Um die Lehramtsstudierenden neben der Vermittlung professionellen Wissens und handlungsnaher Skills auch erfahrungsbasiert hinsichtlich ihrer Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen weiterzuentwickeln, wird in der Lehre mit dem Institut für Inklusive Bildung kooperiert. In Anlehnung an die Kontakthypothese (Allport, 2000) werden mit den qualifizierten Bildungsfachkräften mit Behinderungen inklusive Veranstaltungen in der Hochschullehre umgesetzt. Zur Erfassung von inklusionsbezogenen Überzeugungen werden geeignete Instrumente entwickelt (vgl. Ruberg & Porsch, 2017).

Des Weiteren sollen tätige Lehrkräfte u.a. in Kooperation mit dem IQSH im Verständnis von Inklusion, schulrelevanten Heterogenitätsdimensionen und in sonderpädagogischer Diagnostik fortgebildet werden (Zimmermann & Ebert, 2018).

Die neuen Vorhaben in der Lehre werden systematisch evaluiert. Zur wissenschaftlichen Verankerung des Themenkomplexes Inklusion und Heterogenität werden empirische Studien durchgeführt (z.B. zur Wirksamkeit von Inklusion und zur Urteilsgenauigkeit von Lehrkräften in inklusiven Unterrichtssettings).

Literatur:

Allport, G. W. (2000). The nature of prejudice. In C. Stangor & C. Stangor (Eds.), Stereotypes and prejudice: Essential readings. (pp. 20-48). New York, NY, US: Psychology Press.

Harr, N., Eichler, A., & Renkl, A. (2015). Integrated learning: Ways of fostering the applicability of teachers' pedagogical and psychological knowledge. Frontiers in Psychology, 6, 738-738.

Hochschulrektorenkonferenz und Kultusministerkonferenz. (2015). Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt. http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2015/2015_03_12-Schule-der-Vielfalt.pdf (Zugriff: 08.11.2016).

Mitchell, D. (2014). What Really Works in Special and Inclusive Education. Using evidence-based teaching strategies (2 ed.). London: Routledge.

Ruberg, C., & Porsch, R. (2017). Einstellungen von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften zur schulischen Inklusion. Ein systematisches Review deutschsprachiger Forschungsarbeiten. Zeitschrift für Pädagogik, 63(4), 393-415.

Zimmermann, F., & Ebert, B. (2018). Pädagogisch-psychologische Diagnostik und sonderpädagogische Gutachten. In B. Lütje-Klose, T. Riecke-Baulecke, & R. Werning (Hrsg.), Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht. Grundlagen in der Sonderpädagogik (S. 242-266). Seelze: Klett Kallmeyer.

Kontakt und Ansprechpersonen

  • Juniorprofessorin Dr. Friederike Zimmermann
    - Teilprojektleiterin -
    Olshausenstraße 75
    24118 Kiel
    Tel.: 0431-880-1296
    zimmermann@ipl.uni-kiel.de
     
  • Sonja Krämer
    - assoziierte wissenschaftliche Mitarbeiterin -
    Olshausenstraße 75
    24118 Kiel
    Tel.: 0431-880-1291
    skraemer@ipl.uni-kiel.de