Qualitätsoffensive Lehrerbildung - Projekt LeaP

CAU-LiB Teilprojekte Chemie und Physik auf der GDCP Jahrestagung 2017

Die CAU-LiB Teilprojekte Chemie und Physik waren auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (http://www.gdcp.de/) in Regensburg vom 18. - 21. September 2017 vertreten. Im Rahmen eines Vortragssymposiums zur "Förderung der Berufsrelevanz fachlicher Studieninhalte" initiiert durch Mathias Ropohl haben Jenny Stäcker (CAU-LiB Chemie) und Jasmin Andersen (CAU-LiB Physik) sowie Joost Massolt (Universität Potsdam) und Robert Bittorf (Leibniz Universität Hannover) den aktuellen Stand ihrer Projekte vorgestellt, im Plenum diskutiert und sich untereinander ausgetauscht. Abstracts zum Symposium und den Vorträgen nachfolgend.

Vortragssymposium: Förderung der Berufsrelevanz fachlicher Studieninhalte

Mathias Ropohl (IPN)

Lehramtsstudierende der Fächer Chemie und Physik nehmen fachwissenschaftliche Studieninhalte häufig als wenig relevant für ihr späteres berufliches Handeln wahr. Es wird aber davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Berufsrelevanz und dem Niveau des erreichten Fachwissens von Lehramtsstudierenden gibt. Daher gilt es die wahrgenommene Berufsrelevanz zu erhöhen, um damit auch das Fachwissen zu fördern. Ziel muss es dabei sein, dass das universitäre Fachwissen stärker mit dem schulischen Fachwissen vernetzt wird und dadurch die wahrgenommene Relevanz fachwissenschaftlicher Studieninhalte erhöht wird. Im Rahmen des Symposiums werden vier unterschiedliche Maßnahmen zur Steigerung der wahrgenommenen Berufsrelevanz von fachlichen Studieninhalten aus der Chemie und Physik vorgestellt. Die methodischen Zugriffe der Maßnahmen beruhen auf Vernetzungsansätzen in speziellen Veranstaltungselementen. In den Vorträgen werden zudem erste Ergebnisse aus den zugehörigen Evaluationen präsentiert.

Förderung der Vernetzung von universitärem und schulischem Fachwissen

Jenny Stäcker (IPN), Mathias Ropohl (IPN) & Mirjam Steffensky (IPN)

Lehramtsstudierende haben häufig Schwierigkeiten die Relevanz fachwissenschaftlicher Studieninhalte für ihre spätere Berufstätigkeit zu erkennen. Daraus resultiert eine niedrige Lern- und Leistungsbereitschaft und damit ungünstige Ausgangsbedingungen für das spätere Unterrichten. Daher sollen Lehramtsstudierende schon während des Lernens von fachlichen Studieninhalten unterstützt werden, indem sie modulbegleitend Lernangebote erhalten, die das an der Universität vermittelte und das in der Schule zu unterrichtende Fachwissen in Form des fachlichen Strukturierungswissens vernetzen. Dadurch soll die wahrgenommene Berufsrelevanz der fachlichen Studieninhalte erhöht werden. Ein solches Lernangebot wird im Sommersemester für die physikalische Chemie realisiert und in einem Pre-Post-Testdesign mit Kontrollgruppe (N = 50) hinsichtlich seiner Effekte auf die wahrgenommene Berufsrelevanz und das fachliche Strukturierungswissen evaluiert. In dem Vortrag werden erste Ergebnisse des Gruppenvergleichs präsentiert.

Evaluation eines spezifischen Physikpraktikums fürs Lehramtsstudium

Jasmin Andersen (IEAP & IPN), Dietmar Block (IEAP) & Knut Neumann (IPN)

Lehramtsstudierende im Fach Physik nehmen das herkömmliche Praktikum, dessen Ausrichtung auf dem Arbeitsgebiet Forschungslabor liegt, als wenig relevant für ihre zukünftige Tätigkeit war. Um dem entgegen zu wirken, wurde für diese Zielgruppe ein neues adressatenspezifisches Anfängerpraktikum mit starkem Bezug zur Schulpraxis entwickelt. Durch die lehramtsspezifische Ausrichtung dieses neuen Praktikums soll die wahrgenommene Relevanz der Studierenden erhöht werden, um Interesse und folglich die Lernleistung zu steigern. Die Entwicklung des neuen Praktikums wird durch eine Evaluation begleitet, um die zugrundliegenden Annahmen über die Wirkung des Schulbezugs zu prüfen und zusätzlich Erkenntnisse über die optimale Gestaltung und Wirkung von adressatenspezifischen Lehrveranstaltungen im Allgemeinen zu gewinnen. Während dieser Vortrag im Wesentlichen die Evaluation des Praktikums vorstellt, ist die Praktikumsentwicklung auf einem ergänzenden Poster dargestellt.